Emotionsräume

Einer Emotion Zeit geben.

Ein Emotionsraum ist eine von eigengrund.space entwickelte Form strukturierter, selbstgeführter Selbsterfahrung zu einer einzelnen Emotion. Du begegnest ihr über mehrere Tage oder Wochen aus unterschiedlichen Richtungen – mit Texten, Fragen, Videos und Impulsen zur Wahrnehmung.

Es geht darum, ihr zu begegnen – und wahrzunehmen, was dabei geschieht.

21 Einheiten · 3 Perspektiven · selbstgeführt · eigenes Tempo

Vorab

„Scham“ ist erst einmal nur ein Wort.

Zwei Menschen können denselben Satz sagen – „Ich schäme mich“ – und dabei etwas vollkommen Unterschiedliches erleben.

Bei einem Menschen

  • Hitze im Gesicht
  • Der Wunsch zu verschwinden
  • „Was denken die jetzt über mich?“
  • Blickkontakt vermeiden

Bei einem anderen

  • Leere
  • Ein Lächeln
  • Viel erklären
  • „Ist doch gar nicht so schlimm.“
  • Schnell das Thema wechseln

Und vielleicht sagt jemand: „Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt Scham fühle.“


Ein Emotionsraum erklärt dir deshalb nicht, was Scham ist. Er hilft dir zu erkunden, wie Scham bei dir auftaucht – oder auch nicht auftaucht.

Der Inhalt

Was dich in einem Emotionsraum erwartet.

Sechs Räume Jede Emotion hat ihren eigenen Raum: Scham (kostenlos), Schuld, Angst, Wut, Trauer und Freude.
21 Einheiten Jede Einheit öffnet einen anderen Zugang zur Emotion.
Texte Zur Orientierung und als Ausgangspunkt für die eigene Wahrnehmung.
Fragen Kein Test. Du musst keine richtige Antwort finden.
Wahrnehmungs­impulse Einladungen, Gedanken, Körperempfindungen oder Reaktionen einen Moment genauer zu bemerken.
Videos Dort, wo eine menschliche Begleitung mehr trägt als ein Text.
Eigene Reflexionen Du kannst Gedanken und Beobachtungen festhalten und später wiederfinden.

Du musst nichts abgeben.

Kein Coach liest mit. Keine Antwort wird bewertet. Du musst niemandem beweisen, dass du etwas verstanden oder gefühlt hast.

Ein Blick hinein

Eine Einheit könnte so beginnen.

Ausschnitt aus einer Einheit im Emotionsraum: ein kurzer Text, eine Reflexionsfrage, ein privates Eingabefeld und ein begleitendes Video.
Ausschnitt aus dem Emotionsraum Scham. Die Videos sprechen Malte und Sandra.

Manche Einheiten sind stärker textlich. Manche richten die Aufmerksamkeit auf den Körper. Manche enthalten ein Video. Manche bestehen vor allem aus einer Frage und etwas Zeit.

Ein häufiger Einwand

Und wenn nichts passiert?

Vielleicht liest du eine Frage und hast keine Antwort.

Vielleicht merkst du deinen Körper kaum.

Vielleicht findest du eine Übung albern und willst schnell auf „Weiter“ klicken.

Vielleicht passiert tatsächlich nichts Besonderes.


Das ist kein Scheitern an der Übung.

„Ich will hier weg.“ „Ich fühle nichts.“ „Ich möchte lieber darüber nachdenken.“ Auch das kann Teil dessen sein, was gerade tatsächlich geschieht. Deshalb beginnen die Emotionsräume mit den Wächtern, bevor es überhaupt um das Gefühl selbst geht.

Der Aufbau

Drei Perspektiven. Drei Arten, einer Emotion zu begegnen.

Erste Perspektive

Die Wächter

Was geschieht, bevor ich der Emotion näherkomme?

Erklären · kontrollieren · ablenken · zurückziehen · funktionieren · relativieren · nichts spüren

Die Wächter müssen nicht überwunden werden. Sie gehören zu dem, was du gerade erlebst.

Bemerken.

Zweite Perspektive

Der Körper

Was nimmst du im Körper wahr, wenn diese Emotion da ist?

Spannung · Enge · Wärme · Schwere · Bewegung · Erstarrung · ein Impuls · nichts eindeutig Benennbares

Du musst nichts Bestimmtes fühlen.

Wahrnehmen.

Dritte Perspektive

Die Menschlichkeit

Wie begegnet dir diese Emotion im Menschsein mit anderen?

Nähe · Grenzen · Bedürfnisse · Ausdruck · Verletzlichkeit · Kontakt · Handlung

Hier richtet sich der Blick auf die Emotion in Beziehung, Alltag und menschlicher Erfahrung.

Begegnen.

Die drei Perspektiven sind kein Weg von „Problem“ zu „Lösung“. Sie schauen aus unterschiedlichen Richtungen auf dieselbe Emotion.

Wozu

Warum einer Emotion so viel Zeit geben?

Neben dem Gefühl selbst gibt es immer auch unser Verhältnis zu ihm.

Irgendwann haben wir gelernt, welche Gefühle wir zeigen und welche wir lieber für uns behalten. Wir haben erlebt, was passiert, wenn wir wütend, ängstlich, traurig oder beschämt sind, und daraus unsere Schlüsse gezogen. Vieles davon läuft heute von selbst: Wir erklären, funktionieren, vermeiden oder reagieren, ohne darüber nachzudenken.

Ein Emotionsraum gibt dir Zeit, dieses Verhältnis genauer anzuschauen. Mit der Zeit wird vielleicht unterscheidbar, was zum Gefühl selbst gehört – und was du gelernt hast, damit zu tun.

Zur Struktur

Warum nicht eine Übung?

Eine einzelne Übung zeigt immer nur einen Ausschnitt. Ein Zugang über den Körper macht anderes wahrnehmbar als ein Text. Und dieselbe Frage kann heute ins Leere gehen und zwei Wochen später etwas berühren.

Die 21 Einheiten sind deshalb keine 21 Schritte zu einer Lösung. Sie sind 21 Begegnungen aus unterschiedlichen Richtungen.

Zum Format

Dein Tempo gehört zum Raum.

Ein Emotionsraum ist selbstgeführt. Es gibt keinen Coach, der entscheidet, wann du weitergehst, wie lange du bei einer Frage bleibst oder wann du die nächste Einheit öffnest.

Du kannst eine Einheit machen oder mehrere. Bei einer Frage bleiben. Eine Frage unbeantwortet lassen und weitergehen. Drei Wochen pausieren. Oder einen Raum schließen und später zurückkommen.

Du behältst die Kontrolle über Tempo, Pausen und Intensität.

Das ist ein wesentlicher Teil des Formats: Gerade bei persönlichen und emotionalen Themen musst du dich nicht an das Tempo einer Gruppe, eines Kurses oder einer begleitenden Person anpassen. Du entscheidest selbst, wie nah du einer Frage kommen möchtest – und wann es für heute genug ist.

Bleiben ist kein Erfolg. Unterbrechen ist kein Scheitern.


Deshalb steht im Raum auch nirgends „9 von 21 geschafft“. Dort steht:

Du bist hier: Der Körper · Einheit 9

Zur Wirkung

Ein Emotionsraum verspricht dir kein Ergebnis.

Nicht weniger Scham in 21 Tagen, nicht mehr Selbstwert, keine beste Version deiner selbst.

Und trotzdem kann sich etwas bewegen.

Vielleicht bemerkst du Scham früher.

Vielleicht merkst du einen Impuls, der vorher automatisch ablief.

Vielleicht kannst du einen Moment länger bei etwas bleiben.

Vielleicht verändert sich zunächst gar nichts.

Deine Antworten

Was du festhältst, gehört dir.

Wir lesen deine Reflexionen nicht, werten sie nicht aus und zeigen sie niemandem.

  • Dein Konto speichert deinen Zugang und deine Position im Raum.
  • Deine Antworten werden verschlüsselt gespeichert.
  • Du kannst jederzeit eine Kopie oder die Löschung deiner Daten anfordern. Wenn du dein Konto löschst, verschwinden auch deine Reflexionen.

Was genau gespeichert wird und wie wir anonyme Nutzungsstatistiken erheben, steht in der Datenschutzerklärung.

Grenzen

Selbsterfahrung hat Grenzen.

Ein Emotionsraum ist

  • selbstgeführte Selbsterfahrung
  • eine strukturierte Erkundung
  • im eigenen Tempo

Ein Emotionsraum ist nicht

  • Psychotherapie
  • Diagnostik
  • medizinische Behandlung
  • individuelle Krisenbegleitung

Wenn du gerade stark destabilisiert bist, dein Alltag deutlich beeinträchtigt ist oder du Unterstützung in einer psychischen Krise brauchst, ist ein selbstgeführter Emotionsraum möglicherweise nicht das richtige Format. Das gilt auch, wenn dich alte Erfahrungen beim Hinschauen immer wieder überwältigen. Dann ist eine Begleitung sinnvoll, die darauf spezialisiert ist.

Die Emotionsräume sind eine eigene Konzeption von eigengrund.space. Sie speisen sich aus eigener Erfahrung, Beobachtungen aus der Begleitung und Forschung zu Emotionen und Körperwahrnehmung. Ihre Wirksamkeit wurde nicht klinisch untersucht.

Kostenloser Einstieg

Du musst dir einen Emotionsraum nicht vorstellen. Du kannst einen ausprobieren.

Mit Scham sitzen

Der erste vollständige Emotionsraum ist kostenlos.

  • 21 Einheiten
  • Dein Tempo
  • Jederzeit pausierbar

Du verpflichtest dich zu nichts. Du musst den Raum nicht beenden, und danach musst du nichts buchen.

Ich möchte erst mehr verstehen. Was Selbsterfahrung hier bedeutet →
Ich möchte weitere Räume sehen. Der Jahresraum →

Häufig gestellte Fragen

Es gibt keine feste Dauer. 21 Einheiten warten auf dich – manche kommen in drei Wochen durch, manche brauchen ein Jahr.
Teilnehmende sitzen häufig zwischen 2 und 6 Minuten mit einer Einheit.

Nein. Es gibt keinen Rhythmus, den du einhalten musst. Täglich, wöchentlich, mit Monaten Pause dazwischen – dein Tempo ist das richtige Tempo.

Der Raum wartet genau da, wo du ihn verlassen hast. Nichts geht verloren, nichts muss nachgeholt werden.

Nein.
Wie die Daten gespeichert werden:
Deine Freitext-Eingaben und Reflexionsbögen werden verschlüsselt in
unserer Datenbank gespeichert (AES-256, feldbasiert). Diese Verschlüsselung
schützt deine Daten vor unbefugtem Zugriff auf die Datenbank selbst, etwa
bei einem Sicherheitsvorfall.

Unsere Zusicherung: Unsere Statistik-Auswertungen (z. B. wie
viele Personen einen Raum abschließen) greifen ausschließlich auf
Zeitstempel und Fortschrittsdaten zu, niemals auf deine geschriebenen
Inhalte. Ein Zugriff unsererseits auf auf deine Daten erfolgt ausschließlich, wenn wir gesetzlich dazu
verpflichtet sind.

Auskunft und Löschung auf Anfrage:
Du kannst jederzeit eine vollständige Kopie deiner gespeicherten
Emotionsraum-Daten anfordern oder deren Löschung beantragen. Schreibe uns
dafür an: datenschutz@eigengrund.space (bitte von der E-Mail-Adresse aus,
mit der du bei eigengrund.space registriert bist).

Mit Scham sitzen“ ist kostenlos, du brauchst dafür nur ein Konto. Die weiteren Emotionsräume gehören zum Jahresraum. Wenn du magst, kannst du eigengrund.space unterstützen.

Nein. Ein Emotionsraum ist Selbsterfahrung. Du kannst ihn vor, neben oder nach professioneller Unterstützung nutzen. Psychotherapie oder ärztliche Behandlung ersetzt er nicht.

Oft hilft es, eine größere Distanz zum Bildschirm herzustellen, oder sich zu bewegen. Außerdem kannst du jederzeit pausieren – nichts muss zu Ende gebracht werden. Wenn es zu viel wird, ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos erreichbar (0800 111 0 111).

Nein. Der Raum setzt nichts voraus außer der Bereitschaft, für ein paar Minuten bei dir zu sein.

Das kannst du, auch wenn wir eher empfehlen, erst mit einem zu beginnen und zu spüren, wie sich das anfühlt.

Schattenarbeit beschäftigt sich häufig mit Gefühlen, Impulsen oder Anteilen, die wir an uns ablehnen, vermeiden oder nur schwer wahrnehmen können. Darin gibt es eine Überschneidung mit den Emotionsräumen.

Der Zugang ist jedoch ein anderer. Im Emotionsraum musst du eine Emotion nicht analysieren, auflösen oder integrieren. Du kannst zunächst beobachten, was geschieht, wenn sie da sein darf und du ihr Aufmerksamkeit gibst.

Nein. Die Emotionsräume sind kein MBSR-Kurs (Mindfulness-Based Stress Reduction) und folgen keinem klassischen Achtsamkeitsprogramm. Eine Gemeinsamkeit liegt darin, die eigene gegenwärtige Erfahrung bewusst wahrzunehmen. Im Emotionsraum richtet sich die Aufmerksamkeit jeweils auf eine bestimmte Emotion und darauf, wie du sie selbst erlebst.

Nicht im klassischen Sinn. Es gibt Momente, in denen du still wirst, wahrnimmst oder bei einer Empfindung bleibst. Du folgst aber keiner bestimmten Meditationstechnik und musst auch nicht meditieren können.

Schreiben kann Teil eines Emotionsraums sein. Zu jeder Einheit gibt es eine Frage und ein freiwilliges Eingabefeld. Der Raum ist aber nicht als Schreibmethode aufgebaut. Du kannst eine Frage beantworten, bei ihr bleiben oder sie einfach stehen lassen.

Eine KI kann gut Fragen stellen und Zusammenhänge erklären. Sie antwortet aber auf alles, was du schreibst, und das hält ein Gespräch meist im Denken und Formulieren. Ein Emotionsraum lädt dich ein, bei einer Emotion zu bleiben, ohne dass jemand antwortet: über mehrere Wochen, auch über den Körper, und mit Blick darauf, was du tust, bevor du etwas fühlst. Dazu kommen echte Menschen, in den Videos, in den saisonalen Zirkeln und im eigengrund Kreis. Deine Reflexionen werden dabei nicht ausgewertet.

Wie lässt sich ein Emotionsraum einordnen?

Emotionsräume bei eigengrund.space sind ein von Malte entwickeltes Format angeleiteter Selbsterfahrung.

Innerhalb des übergeordneten Modells Erkennen · Erfahren · Verkörpern bilden sie eine konkrete Form des Zugangs Erfahren.

Ein Emotionsraum folgt bei eigengrund.space drei miteinander verbundenen Phasen:

Die Wächter · Der Körper · Die Menschlichkeit

Diese drei Perspektiven bilden die Struktur eines Emotionsraums. Diese Struktur, ihre Benennung und ihre konkrete Ausgestaltung wurden für eigengrund.space entwickelt und erstmals im Juli 2026 veröffentlicht.

Die drei Perspektiven sind von verschiedenen Ansätzen beeinflusst, wenden aber keinen davon an.

Die Wächter sind angeregt von der Vorstellung schützender Anteile im Internal Family Systems (IFS). Die Bezeichnung „Wächter“ und die Fragen sind eigene Formulierungen von eigengrund.space und keine Durchführung von IFS.

Der Körper ist beeinflusst durch die Auseinandersetzung mit NARM und körperorientierten Perspektiven. Die Fragen sind frei formuliert und keine Anwendung von NARM.

Die Menschlichkeit ist beeinflusst durch die Polyvagaltheorie und durch Forschung zu Regulation und sozialer Verbundenheit. Die Polyvagaltheorie ist in der Forschung umstritten. Wir nutzen sie als Denkmodell und nicht als belegte Erklärung.

Mehr zu den Bezügen findest du unter Unser wissenschaftliches Fundament.

Einige Emotionsräume werden durch ruhige Videos begleitet. Co-Regulation ist dabei im übertragenen Sinn gemeint: Bei einem aufgezeichneten Video sitzt dir niemand gegenüber, der dich wahrnimmt und auf dich reagiert. Eine echte wechselseitige Co-Regulation entsteht so nicht.

Stimme, Mimik, Rhythmus und die ruhige Präsenz eines Menschen können trotzdem als Signale ankommen und die eigene Regulation vielleicht unterstützen. Ob und wie das geschieht, erlebt jeder anders.

Ein Emotionsraum ist ein Format der Selbsterfahrung. Er ist keine Psychotherapie und keine Traumatherapie.

Malte ist ausgebildeter Coach und Prozessbegleiter aber er ist kein Psychotherapeut. Er hat sich autodidaktisch in IFS und NARM weitergebildet und hat keine Heilerlaubnis. Die Emotionsräume wurden nicht als psychotherapeutisches Verfahren klinisch untersucht.

Wenn du psychotherapeutische oder medizinische Unterstützung brauchst, kann ein Emotionsraum sie nicht ersetzen.

Malte hat die Emotionsräume für eigengrund.space entwickelt. Zur eigenständigen Konzeption gehören die drei Perspektiven Die Wächter · Der Körper · Die Menschlichkeit, die Auswahl und Formulierung der Fragen sowie die Einordnung als Erfahren im Modell Erkennen · Erfahren · Verkörpern. Erstmals veröffentlicht wurde sie im Juli 2026.

Der Begriff „Emotionsraum“ wurde schon vorher in anderen Bedeutungen verwendet. Bei eigengrund.space bezeichnet er ausschließlich das hier beschriebene Format.

Entstehung, Einflüsse und Herkunft sind ausführlich auf der Seite Emotionsräume bei eigengrund.space dokumentiert.

Ein Emotionsraum hat Berührungspunkte mit verschiedenen Formen von Selbsterfahrung, Achtsamkeit und emotionaler Arbeit. Er folgt jedoch keiner dieser Methoden vollständig. Am einfachsten lässt sich der Unterschied an einigen häufigen Fragen erklären.