Mit Trauer sitzen
Ein Emotionsraum für dein Verhältnis zu Trauer.
Trauer kann überwältigend sein: Tränen, die nicht aufhören, ein Gewicht auf der Brust. Oft ist sie leiser. Dann zeigt sie sich als Müdigkeit, als Gereiztheit oder als Funktionieren, bei dem nichts mehr richtig ankommt. Und manchmal trauerst du um etwas, für das es kaum ein Wort gibt: einen Lebensabschnitt, eine Freundschaft, eine Version von dir, ein Leben, das du dir anders vorgestellt hattest.
Mit Trauer sitzen gibt dir 21 Einheiten Zeit, ihr zu begegnen – und wahrzunehmen, was sie dir über das zeigt, was dir wichtig war.
21 Einheiten · 3 Perspektiven · selbstgeführt · Teil des Jahresraums
Vielleicht kennst du etwas davon.
Ein Lied, ein Geruch oder ein Datum, und plötzlich ist alles wieder da.
Tagsüber funktionierst du gut. Abends wird alles schwer.
Du findest, es müsste doch langsam vorbei sein.
Du vermisst etwas, von dem andere sagen, es sei doch nicht so schlimm.
Oder du liest das und denkst: Ich weiß gar nicht, ob man das Trauer nennen darf. Auch damit kannst du beginnen.
Trauer aus drei Richtungen.
Wie jeder Emotionsraum schaut auch dieser aus drei Perspektiven auf die Emotion. Bei Trauer heißt das:
Die Wächter: was du tust, damit Trauer nicht zu viel wird. Beschäftigt bleiben, stark sein, für andere da sein. Oder gar nicht erst anfangen zu weinen, aus Sorge, nicht mehr aufhören zu können.
Der Körper: wie Trauer sich zeigt. Schwere, Enge im Hals, Tränen, Erschöpfung, ein flacher Atem. Oder eine Taubheit, in der kaum etwas zu spüren ist.
Die Menschlichkeit: was dir wichtig war und es noch ist. Wer deine Trauer sehen darf. Und wie Erinnern und Weiterleben nebeneinander Platz finden.
So kann eine Einheit aussehen.
Andere Einheiten richten den Blick auf den Körper, auf das Funktionieren oder darauf, mit wem du deine Trauer teilst. Manche enthalten ein Video, manche fast nur eine Frage.
Trauer hat keine Frist.
Von außen kommt oft früh die Erwartung, dass es irgendwann wieder gut sein müsste. Nach dem Trauerjahr, nach der Trennung, nach dem Umzug. Viele setzen sich diese Frist auch selbst.
In diesem Raum musst du nicht vorankommen. Trauer kommt in Wellen, manchmal noch nach Jahren, und jede Welle darf hier da sein. Kein Coach liest mit, und niemand fragt, ob du „schon weiter“ bist.
Trauer muss hier nicht weg.
Trauer ist eine Form von Verbundenheit. Sie zeigt, wie viel etwas bedeutet hat. Deshalb verspricht dir dieser Raum weder einen Abschluss noch das Loslassen.
Vielleicht merkst du, dass Trauer und Freude nebeneinander Platz haben. Vielleicht findest du Worte für einen Verlust, den du bisher nicht benennen konntest. Vielleicht wird es zunächst schwerer, bevor es leichter wird.
Was dir wichtig war, darf dir wichtig bleiben.
Grenzen
Mit Trauer sitzen ist selbstgeführte Selbsterfahrung und keine Therapie. Wenn dein Verlust erst wenige Wochen zurückliegt, braucht es oft zuerst Menschen an deiner Seite, etwa Freunde, Familie oder eine Trauerbegleitung. Wenn Trauer über lange Zeit deinen Alltag lahmlegt oder du Gedanken hast, nicht mehr leben zu wollen, hol dir bitte professionelle Unterstützung.
Wann eigengrund passt – und wann nicht →
Trauer ist Teil des Jahresraums.
Mit Trauer sitzen gehört zum Jahresraum. Du bekommst zwölf Monate Zugang zu allen Emotionsräumen, einen Rückblick nach jedem Raum und vier saisonale Zirkel. Eine Reihenfolge gibt es nicht. Du kannst direkt mit Trauer beginnen.
Derzeit auf freiwilliger Spendenbasis — künftig für 399 €
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Häufig gestellte Fragen
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Nein. Viele trauern um eine Beziehung, eine Arbeit, eine Lebensphase, die eigene Gesundheit oder ein Leben, das anders verlaufen ist als gedacht. Diese Trauer wird oft weniger gesehen und ist trotzdem echt.
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Das kannst du nur selbst spüren. In den ersten Wochen brauchen viele vor allem Nähe zu Menschen und einen geregelten Alltag. Der Raum läuft dir nicht weg und wartet, bis du bereit bist.
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Eine feste Dauer gibt es nicht. Wenn Trauer aber über viele Monate fast alles bestimmt und du kaum noch in deinen Alltag findest, ist das ein guter Grund, mit einer Fachperson zu sprechen.
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Das geht vielen so. Trauer zeigt sich nicht immer in Tränen. Sie kann sich als Müdigkeit, Leere oder Unruhe zeigen. Im Raum musst du nichts herbeiführen.
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Du kannst jederzeit pausieren, Abstand zum Bildschirm nehmen, rausgehen oder jemanden anrufen. Wenn du Gedanken hast, nicht mehr leben zu wollen, sprich bitte sofort mit jemandem. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr und kostenlos erreichbar: Deutschland 0800 111 0 111, Österreich 142, Schweiz 143. Im Notfall: 112.
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Für eine Einheit meist zwischen 2 und 6 Minuten. Wie lange der ganze Raum dauert, bestimmst du.
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Ja. Erzähl am besten deiner Begleitung davon. Dann könnt ihr gemeinsam einordnen, was dabei auftaucht.
