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Mit Schuld sitzen


Ein Emotionsraum für dein Verhältnis zu Schuld.

Schuld kann klar sein: Du hast etwas getan, das jemandem wehgetan hat, und das lässt dich nicht los. Oft ist sie diffuser. Dann zeigt sie sich als schlechtes Gewissen nach einem Nein, als ständiges Entschuldigen oder als das Gefühl, für die Stimmung der anderen zuständig zu sein. Und manchmal trägst du eine Schuld, die gar nicht deine ist.

Mit Schuld sitzen gibt dir 21 Einheiten Zeit, ihr zu begegnen – und wahrzunehmen, was davon wirklich zu dir gehört.

21 Einheiten · 3 Perspektiven · selbstgeführt · Teil des Jahresraums


Vielleicht kennst du etwas davon.

Du entschuldigst dich, bevor überhaupt jemand etwas gesagt hat.

Nach einem Nein kreisen deine Gedanken noch stundenlang darum.

Ein Fehler von vor Jahren taucht immer wieder auf, obwohl längst darüber gesprochen wurde.

Wenn es jemandem in deiner Nähe schlecht geht, fragst du dich zuerst, was du falsch gemacht hast.

Oder du liest das und denkst: Ich weiß gar nicht, ob ich mich schuldig fühle oder einfach verantwortlich. Genau mit dieser Frage kannst du beginnen.

Schuld aus drei Richtungen.

Wie jeder Emotionsraum schaut auch dieser aus drei Perspektiven auf die Emotion. Bei Schuld heißt das:

Die Wächter: was du tust, damit Schuld gar nicht erst aufkommt. Es allen recht machen, dich vorsorglich entschuldigen, mehr Verantwortung übernehmen als nötig, dich rechtfertigen.

Der Körper: wie Schuld sich zeigt. Druck auf der Brust, ein Stein im Magen, ein unruhiger Schlaf nach einem Gespräch. Oder nichts davon.

Die Menschlichkeit: was deins ist und was du irgendwann übernommen hast. Wo Wiedergutmachung möglich ist und wo nicht. Und wie du mit dir umgehst, wenn du tatsächlich jemandem geschadet hast.

So kann eine Einheit aussehen.

Einblick in eine Einheit aus Mit Schuld sitzen: Impulstext, Reflexionsfrage und privates Eingabefeld.
Screenshot · Ausschnitt aus Einheit 14 in Mit Schuld sitzen

Andere Einheiten richten den Blick auf den Körper, auf Wiedergutmachung oder auf die Frage, wofür du dich verantwortlich fühlst. Manche enthalten ein Video, manche fast nur eine Frage.

Hier wird nicht geurteilt.

Schuld verlangt nach einem Urteil. War das falsch? Bin ich schuld? Wie schlimm war es? In diesem Raum fällt niemand ein Urteil über dich. Du wirst weder verurteilt noch freigesprochen.

Das klingt nach wenig. Für viele ist es ungewohnt, einer Schuld zu begegnen, ohne dass am Ende jemand sagt, wie sie zu bewerten ist. Kein Coach liest mit, und deine Antworten musst du niemandem zeigen.

Schuld muss hier nicht weg.

Schuld hat eine Aufgabe. Sie zeigt, dass dir jemand oder etwas wichtig ist, und sie kann dazu führen, etwas wiedergutzumachen. Deshalb verspricht dir dieser Raum weder ein ruhiges Gewissen noch Entlastung.

Vielleicht unterscheidest du klarer, was deins ist. Vielleicht merkst du, wie oft du dich entschuldigst. Vielleicht bleibt eine Schuld, die echt ist, und du findest einen anderen Umgang mit ihr.

Was du trägst, darfst du dir hier ansehen, ohne es sofort ablegen zu müssen.

Grenzen

Mit Schuld sitzen ist selbstgeführte Selbsterfahrung und keine Therapie. Wenn deine Schuldgefühle mit schweren Ereignissen verbunden sind, etwa einem Unfall, einem Tod oder Gewalt, oder wenn dich alte Erfahrungen beim Hinschauen regelmäßig überwältigen, ist ein selbstgeführtes Format möglicherweise nicht das richtige.

Wann eigengrund passt – und wann nicht →

Schuld ist Teil des Jahresraums.

Mit Schuld sitzen gehört zum Jahresraum. Du bekommst zwölf Monate Zugang zu allen Emotionsräumen, einen Rückblick nach jedem Raum und vier saisonale Zirkel. Eine Reihenfolge gibt es nicht. Du kannst direkt mit Schuld beginnen.

Derzeit auf freiwilliger Spendenbasis — künftig für 399 €

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Häufig gestellte Fragen

Eine häufige Unterscheidung lautet: Schuld bezieht sich auf etwas, das ich getan habe („Das war falsch“). Scham betrifft eher mich als Person („Ich bin falsch“). Im Erleben gehen beide oft ineinander über. Für Scham gibt es einen eigenen, kostenlosen Emotionsraum: Mit Scham sitzen.

Schuld kann genau richtig sein. Sie hilft, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen zu reparieren. Schwierig wird sie oft dort, wo sie nicht mehr aufhört, sich auf alles ausdehnt oder gar nicht zu dir gehört. Im Raum kannst du anschauen, wie das bei dir ist.

Dann muss der Raum das nicht kleinreden. Wiedergutmachen geschieht im Leben, im Gespräch mit dem anderen Menschen. Der Raum kann dir helfen, ehrlich hinzuschauen, ohne dich dabei innerlich zu zerreißen.

Das ist häufiger, als man denkt. Diffuse Schuld hat oft keinen konkreten Anlass im Jetzt. Du musst den Grund nicht kennen, um zu beginnen. Manchmal zeigt sich mit der Zeit, woher sie kommt, manchmal auch nicht.

Für eine Einheit meist zwischen 2 und 6 Minuten. Wie lange der ganze Raum dauert, bestimmst du.

Du kannst jederzeit pausieren, Abstand zum Bildschirm nehmen oder dich bewegen. Wenn dich etwas stark aufwühlt, sprich mit einem Menschen, dem du vertraust, oder mit einer professionellen Begleitung. In einer akuten Krise erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr und kostenlos: Deutschland 0800 111 0 111, Österreich 142, Schweiz 143. Im Notfall: 112.

Ja. Erzähl am besten deiner Therapeutin, deinem Therapeuten oder deinem Coach davon. Dann könnt ihr gemeinsam einordnen, was dabei auftaucht.