Mit Angst sein
Ein Emotionsraum für dein Verhältnis zu Angst.
Angst kann laut sein: Herzklopfen, ein enger Hals, der Drang wegzulaufen. Oft ist sie leiser. Dann zeigt sie sich als Grübeln, als ständiges Absichern, als Plan für jeden möglichen Fall oder als Erschöpfung nach einem Tag, an dem eigentlich nichts passiert ist. Und manchmal merkst du sie erst, wenn sie nachlässt.
Mit Angst sein gibt dir 21 Einheiten Zeit, ihr zu begegnen – und wahrzunehmen, was dabei in dir und in deinem Körper geschieht.
21 Einheiten · 3 Perspektiven · selbstgeführt · Teil des Jahresraums
Vielleicht kennst du etwas davon.
Du spielst Gespräche im Kopf durch, lange bevor sie stattfinden.
Bevor du etwas Neues beginnst, brauchst du einen Plan für alles, was schiefgehen könnte.
Du sagst ein Treffen ab und bist danach erleichtert und enttäuscht zugleich.
Nachts wird aus einer kleinen Sorge schnell eine große.
Oder du liest das und denkst: Angst habe ich eigentlich nicht. Ich bin nur ständig angespannt. Auch damit kannst du beginnen.
Warum „sein“ und nicht „sitzen“.
Die meisten Räume heißen „Mit … sitzen“. Bei Angst (wie auch bei Wut und Freude) haben wir uns bewusst anders entschieden.
Wenn Angst kommt, geht der Körper oft von allein in Starre: Der Atem wird flach, die Schultern ziehen hoch, alles hält still. Stillsitzen kann das noch verstärken. Bewegung hilft dem Körper dagegen häufig, wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
Deshalb darfst du in diesem Raum aufstehen, umhergehen, die Hände ausschütteln, ans Fenster treten oder kurz rausgehen und wiederkommen. Manche Einheiten laden ausdrücklich dazu ein. Mit Angst sein heißt: Du bleibst in Kontakt mit ihr, und du bleibst dabei beweglich.
Angst aus drei Richtungen.
Wie jeder Emotionsraum schaut auch dieser aus drei Perspektiven auf die Emotion. Bei Angst heißt das:
Die Wächter: was du tust, damit Angst gar nicht erst groß wird. Kontrollieren, absichern, vermeiden, vorausplanen, alles im Blick behalten.
Der Körper: wie Angst sich zeigt. Herzschlag, Atem, Spannung im Bauch oder in den Schultern, der Impuls zu fliehen oder zu erstarren. Und was sich verändert, wenn du dich bewegst.
Die Menschlichkeit: wovor du dich schützt und wem du vertraust. Wo Angst dich warnt und wo sie dich klein hält. Und wie es ist, mit einer Unsicherheit zu leben, die nicht ganz verschwindet.
So kann eine Einheit aussehen.
Andere Einheiten richten den Blick auf den Körper, auf das ständige Vorausdenken oder darauf, woher du deine Wachsamkeit kennst. Manche enthalten ein Video, manche fast nur eine Frage.
Angst muss hier nicht weg.
Angst schützt. Sie macht wach, wenn etwas unsicher ist. Deshalb verspricht dir dieser Raum weder Angstfreiheit noch mehr Mut.
Vielleicht bemerkst du früher, wann Angst übernimmt. Vielleicht merkst du, dass du dich bewegen kannst, während sie da ist. Vielleicht bleibt sie zunächst genau so, wie sie ist.
Du musst nicht warten, bis die Angst weg ist. Sie darf mitgehen.
Grenzen
Mit Angst sein ist selbstgeführte Selbsterfahrung und keine Therapie. Wenn du regelmäßig Panikattacken hast, wenn Angst deinen Alltag deutlich einschränkt oder wenn du gerade stark destabilisiert bist, ist ein selbstgeführtes Format möglicherweise nicht das richtige. Körperliche Beschwerden wie Herzrasen oder Atemnot lass bitte ärztlich abklären.
Wann eigengrund passt – und wann nicht →
Angst ist Teil des Jahresraums.
Mit Angst sein gehört zum Jahresraum. Du bekommst zwölf Monate Zugang zu allen Emotionsräumen, einen Rückblick nach jedem Raum und vier saisonale Zirkel. Eine Reihenfolge gibt es nicht. Du kannst direkt mit Angst beginnen.
Derzeit auf freiwilliger Spendenbasis — künftig für 399 €
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Häufig gestellte Fragen
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Weil Stillsitzen bei Angst leicht in Starre führt. Der Name lädt dazu ein, beweglich zu bleiben, während du der Angst begegnest. Du kannst jede Einheit im Stehen, Gehen oder Sitzen machen.
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Wenn Panikattacken regelmäßig auftreten, sprich bitte zuerst mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Therapeutin. Der Raum kann begleitend sinnvoll sein, ersetzt aber keine Behandlung.
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Angst gehört zum menschlichen Erleben und hat eine schützende Aufgabe. Schwierig wird sie oft dort, wo sie sehr schnell anspringt, lange bleibt oder dein Leben eng macht. Im Raum kannst du anschauen, wie das bei dir ist.
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Das kann passieren. Steh auf, bewege dich, spür deine Füße, lass den Blick durch den Raum wandern und benenne, was du siehst. Du kannst jederzeit pausieren. In einer akuten Krise erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr und kostenlos: Deutschland 0800 111 0 111, Österreich 142, Schweiz 143. Im Notfall: 112.
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Für eine Einheit meist zwischen 2 und 6 Minuten. Wie lange der ganze Raum dauert, bestimmst du.
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Ja. Erzähl am besten deiner Therapeutin, deinem Therapeuten oder deinem Coach davon. Dann könnt ihr gemeinsam einordnen, was dabei auftaucht.
